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Die Sendung „Herbstzeit“ des ORF beschäftigt sich in einem kurzen Video (ca. 4 Min.), gedreht in der Werkstätte der Firma Wamprechtsamer mit dem Herstellungsprozess von Blattgold.
Sie erhalten einen kurzen aber vollständigen Überblick über die unzähligen Handgriffe dieses viele tausend Jahre alten Handwerks. Zum Abspielen des Videos bitte PLAY drücken.
| In der live-Sendung „von Tag zu Tag“ des österreichischen Radiosenders Ö1 hören Sie Geschäftsführer Philipp Hofmann in einem Interview mit Andreas Obrecht zum Thema Blattgold. Zur Sprache kommen dabei der Herstellprozess, die Anwendung des Endprodukts und vieles mehr. Auch Höreranrufe werden beantwortet. Zum Abspielen des Interviews bitte PLAY drücken. |
GESCHICHTE
Hinter der Firma Wamprechtsamer Blattgold in der Wiener Kendlerstraße in Österreich steht eine lange, wechselhafte Geschichte: Der Betrieb wurde 1906 von dem gebürtigen Steirer Alois Wamprechtsamer gegründet. Der Sohn eines Tischlermeisters erlernte das Handwerk ursprünglich in Graz und vervollständigte sein Können als Geselle auf der Walz, bei verschiedenen Blattgold Firmen im In- und Ausland.

A. Wamprechtsamer beim
"Walzen"
Der Erste Weltkrieg bedeutet für die Werkstätte den ersten wirtschaftlichen Einbruch. Während Wamprechtsamer an die Front mußte, brachte seine Frau, so gut sie konnte, die Firma über die Runden.
In mühevoller Arbeit ging es nach seiner Rückkehr, unter Mithilfe seiner inzwischen erwachsenen 3 Kinder, wieder bergauf. Der Betrieb war zu seiner Zufriedenheit aufgebaut, bis der Zweite Weltkrieg Wamprechtsamer fast alles nahm. Die Firma mußte geschlossen werden, denn es wurde kein Feingold zur Verarbeitung freigegeben. Der einzige Sohn, der den Betrieb übernehmen sollte, fiel.
Um aber sein Lebenswerk nicht zugrunde gehen zu lassen, machte sich der damals 70jährige mit seiner Tochter Anna und zwei alten Gesellen daran, völlig von vorne anzufangen, denn das Blattgold-Schlägerhandwerk in Österreich drohte auszusterben.

Alois Wamprechtsamer am
"Federhammer"
Nach 2jähriger Kriegsgefangenschaft kehrte der Schwiegersohn Josef Hofmann heim und erlernte das Handwerk Blattgold herzustellen. Er und seine Frau Anna konnten den Betrieb durch viel Fleiß vergrößern, da nach dem Krieg vermehrt Blattgold für den Wiederaufbau in Österreich benötigt wurde. (Staatsoper, Burgtheater, Kirchen, Grabdenkmäler)
Als nächster ist dessen Sohn Peter Hofmann, die dritte Generation, am Zug. In den frühen 60er Jahren, im Alter von 21 Jahren, schließt er die Meisterprüfung der Blattgold-Schlägerei mit ausgezeichnetem Erfolg ab.
Von da an führt er das Unternehmen auf zukunftsträchtige Art und Weise, und konnte die Firma mit viel Engagement und Tüchtigkeit modernisieren. Im Jahr 1989 wird der Blattgold-Schlägerei Wamprechtsamer das Recht zur Führung des Österreichischen Staatswappen durch den damaligen Handelskammerpräsidenten Ing. Dittrich verliehen. In dieser Phase erfährt die Firma die weitreichenste Entwicklung ihrer Geschichte. Bis 1997 unterstützt ihn dabei seine 85jährige Mutter.
Den Platz als Geschäftsführer nimmt seit neuestem sein Sohn Philipp ein, der den Beruf von der Picke auf erlernt hat. Gemeinsam führen heute Vater und Sohn den Betrieb mit Hauptaugenmerk auf höchste Qualität, zufriedene Kunden und natürlich handwerkliche Tradition. Zum 100jährigen Jubiläum steht mittlerweile die 4. Generation für das unumstößliche Fortbestehen der Firma ALOIS WAMPRECHTSAMER BLATTGOLD in Wien, Österreich.

